Gofio – Das Kanarische Grundnahrungsmittel

Gofio Gofio

Gofio zählt zu den ältesten überlieferten Nahrungsmitteln der Kanarischen Inseln und steht auch noch heute auf dem Speiseplan vieler Gomeros. In manchen Restaurants auf La Gomera werden zahlreiche Speisen mit dem Kanarischen Maismehl angereichert, sogar im Kaffee wird er getrunken.

Gofio ist quasi ein Allroundtalent in der Kanarischen Küche und nebenbei gesagt sehr lecker, dank seiner komplexen Kohlenhydrate aber auch ungemein sättigend. Auf La Gomera bekommt man es entweder direkt in einer der Gofiomühlen, aber auch in diversen Supermercados ist es fester Bestandteil des Sortiments.

In Deutschland muss man das Maismehl über das Internet bestellen, in spanischen Supermärkten habe ich es bis dato noch nicht gefunden.

Gofio Herstellung

Gofio bestand ursprünglich aus Gerste. Da man ganz früher das Brotbacken noch nicht kannte, nahmen die Ureinwohner die Gerstenkörner, rösteten sie über dem Feuer und zermahlten sie anschließend mit Lavasteinen von Hand.

Das so entstandene Mehl wurde mit Ziegenmilch oder Wasser in einem Lederbeutel vermischt, der Brei wurde zu kleinen Bällchen geformt und gegessen.

Nach der Conquista, der Eroberung durch die Spanier, wurde auf La Gomera vermehrt Mais und Weizen angebaut und der Gofio wurde aus Mais- bzw. Weizenkörner hergestellt. Der Verbrauch der anderen Gofioarten ging zurück, was blieb ist der Standard aus Maismehl.

In Gofiomühlen werden die Samen noch heute in einem mit Lavasand gefülltem Keramikgefäß geröstet und anschließend zwischen zwei Steinscheiben zu feinem Mehl verarbeitet.

Das Kanarische Maismehl bekommt man in zahlreichen Variationen, da nicht nur Weizen und Mais verarbeitet werden, auch Samen und Hülsenfrüchte fließen mit in die Produktion mit ein. Auf La Palma verwendet man Gofio aus Süßlupinen. Selbst gesalzener Gofio ist heute erhältlich.

Gofio in der Kanarischen Küche

Auf La Gomera ist Gofio in vielen Restaurants fester Bestandteil, das geröstete Maismehl kann man dort auf sehr unterschiedliche Arten genießen.

Das berühmteste Gericht ist wohl der „Puchero“, ein typisch kanarischer Eintopf der aus frischem Gemüse und Fisch oder wahlweise auch Fleisch besteht. Der Eintopf wird mit Gofiomehl vermischt. Viele Restaurants, vor allem in den etwas abgelegenen Dörfern Gomeras, bieten diese Köstlichkeit immer noch an.

Das „Casa Efigenia“ in Las Hayas sei an dieser Stelle als Geheimtipp genannt, dort werden viele Speisen nach alten Rezepten hergestellt, ein Vorbild für die traditionelle, Kanarische Gastronomie.

Morgens isst man den Gofio mit etwas Milch vermischt, aber auch zu einem leckeren Nachtisch (Mousse de Gofio) lässt sich das „Brot der Armen“ zubereiten. Im Internet findet man zahlreiche leckere Rezepte, einfach mal ausprobieren.

Sehenswürdigkeiten:

Molino de Gofio (Gofiomühle), Tasirche / Vallehermoso
Carretera del Norte
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-14 und 16-18:00 Uhr
Wer einmal hautnah zusehen möchte wie Gofio hergestellt wird, der kann das in der Gofimühle an der Straße die ins Valle Gran Rey führt machen. Das eigentliche Produkt Gofio kann man selbstverständlich auch vor Ort erwerben, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Museo Molino de Gofio
Carretera General s/n
E-38820 Hermigua
Tel.: +34 922 880 781

Das Museo Molino de Gofio befindet sich seit 2007 in Hermigua. Das eigentliche Highlight ist die etwa 200 Jahre alte Gofiomühle, sie wurde vollständig restauriert und wird noch heute mit Wasserkraft angetrieben. Zahlreiche ausgestellte Exponate zeigen die ganz eigene Welt der Ureinwohner Gomeras (Gomeros). Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

Restaurant La Montaña Casa Efigenia
Restaurant La Montana